Karnivool live in Dortmund

Karnivool live in Dortmund

(15.03.2015, Dortmund, FZW) Bevor Monuments ihre eigene Headliner Tour durch Deutschland antreten, schnuppern die Londoner erst einmal als Supportband von Karnivool die deutsche Hallenluft. Das FZW in Dortmund ist schon zu Beginn der Show fast gefüllt, viel mehr werden es bis zum Auftritt von Karnivool nicht werden. Ob alle Besucher wissen, was gleich auf sie zukommt, steht noch in den Sternen des Dortmunder Abendhimmels.

Zimperlich gehen die Herren Monuments mit ihren Instrumenten jedenfalls nicht um. Die Stahlsaiten der Gitarren werden ordentlich strapaziert, der Drummer nimmt ebenfalls keine Rücksicht und gönnt sich und dem Schlagzeug ebenfalls keine Ruhe.Instrumentenlos hingegen widmet sich Frontmann Chris Barretto seiner Arbeit. In typischer Pose steht der Sänger mit gesenktem Kopf am Bühnenrand und gibt alle Facetten seiner Stimmlage preis. Melodisch oder kreischend legt er die Worte auf die Musik.

Die wuscheligen Haare der Musiker verdecken beim abrocken die Gesichter und obwohl sich erst wenige Sonnenstrahlen am Tage blicken lassen, bevorzugt die Band Hosen in 7/8 Länge. Bei dem schweißtreibenden Sound der Progressiv Metaller ist dies auch die richtige Kleidungswahl. Der schnelle Rhythmus sorgt auch in der Halle für Bewegung und einen schnellen Temperaturanstieg. Nach dieser heißen Soundrunde wird es zum Schluss des Sets von Monuments noch ein wenig melancholisch, indem Chris Barretto dem eigentlich hartem Klang ein Schuss Saxophon verpasst. Doch so gefühlsvoll geht es nicht weiter, der Strom wird erneut voll aufgedreht damit die Haare im Takt weiter kreisen.

Der zaghaft aber knallige Einzug der Australier zum Intro von „Themata“ wird von den Fans lautstark begrüßt. Kaum auf der Bühne treibt Ian Kenny das Publikum ruhelos an. Stillstehen ist anscheinend nicht so sein Ding und das zahlt sich aus. Die Menge ist begeistert, macht mit, jubelt der Band zu und lässt sich zu „Cote“ rhythmisch aus. Als Karnivool das letzte Mal im FZW spielten, waren sie nur im Club, diesmal wurde gleich die große Halle im Gebäude ausgewählt. Bei so vielen Besuchern ist dies auch zwingend notwendig. Die hervorragende Live- Qualität der Fünf ist nämlich schon lange kein Geheimnis mehr.

Ein neues Album können Karnivool noch nicht vorzuweisen, die letzte Veröffentlichung liegt mittlerweile zwei Jahre zurück. Aber keine Sorge, Perlen zum verstreuen hat die Band ausreichend auf die Setlist gepackt. Songs wie „Deadman“ oder „New Day“ werden allzeit geliebt und die Arme zu den ersten Takten in die Höhe gestreckt. Nach knallvollen 90 Minuten endet mit „Aeons“ ein phänomenaler Konzertabend, der im Dortmunder FZW gerne wiederholt werden darf.

Info: www.facebook.com/karnivool / www.facebook.com/thisismonuments