DEF LEPPARD live in Köln

DEF LEPPARD live in Köln (28.05.2015, Köln, Palladium)

(28.05.2015, Köln, Palladium) 12 Jahre haben sich Def Leppard auf deutschen Bühnen nicht mehr sehen lassen. Kein Wunder also, dass sich jede Menge Fans der Briten Richtung Köln ins dortige Palladium bewegen.

Bis sich die Vorband auf der Bühne austobt, füllt sich allmählich der Innenraum der Konzerthalle. Im Scheinwerferlicht stehen die Leute von Black Star Riders. Für Wissende im Publikum ist die Band das Sahnehäubchen des heutigen Abends, denn die 2012 gegründete Band besteht aus ehemaligen Mitgliedern von Thin Lizzy. Zwar ist von den Gründungsmitgliedern niemand mehr am Start, dennoch lassen die Rocker die alte Zeit der irischen Band mit Songs wie „Jailbreak“ etwa und „The Boys Are Back In Town“ wieder lautstark aufleben. Im gleichen Sinne passen sich Bandeigene Stücke wie „Bound Of Glory“ oder „ Kingdom Of The Lost“ dem krachigen Erbe von Thin Lizzy an. Das wohl bekannteste Cover welches die Iren seit vielen, vielen Jahre mit ins Repertoire aufgenommen haben heißt „Whiskey In The Jar“. Nach diesem Stück ist ihnen eine Megaapplaus sicher. Und das zurecht.

Die Bühne ist mit einem Steg verlängert, der sich Richtung Innenraum ausdehnt. Der Aufbau sieht nach großer Show aus, die Bestätigung das es so ist, gibt es schon mit dem ersten Song. Als sich das Licht für Def Leppard verdunkelt, grölen die Fans aus voller Kehle. Die Freude ist hörbar groß und das erste Stück des Abends die richtige Wahl, um die geliebte Vergangenheit donnernd aufleben zu lassen. Die üppige Begrüßung der etwa 3.000 Gäste wird mit dem 1983 entstandenen Song „Rock Rock Till You Drop“ durchtrennt. Schon nach wenigen Takten strecken sich unzählige Arme, mit zur Pommesgabel geformten Faust, in die Luft. Frontmann Joe Elliot verlangt von seinen Stimmbändern alles, dabei hebt er den Mikrofonständer Richtung Publikum, an dem der Union Jack flattert. Um Elliott herum treten Phil Collen, Rick Savage und Vivian Campbell immer wieder an den Rand der großen Bühne, die mit Licht überflutet wird, dass es kunterbunt leuchtet, wie in Las Vegas bei Nacht. Schlagzeuger Rick Allen allerdings ist hinter den hoch aufgebauten Drums nur hörbar zu vernehmen.

Die meisten Songs, die für diese Tour auf der Setlist stehen, stammen von den erfolgreichen Alben „Hysteria“ und „Pyromania“. Stücke wie „Animal“, „Love Bites“ oder „Rocket“ treffen mitten ins Fanherz und lassen es im Palladium ordentlich krachen. Als Frontmann Joe Elliot sich die Akustische zur Brust nimmt und alleine auf der Bühne steht, wird es mit „Two Steps Behind“ ein einziges Mal kuschelig, gemütlich. Dann wird der rockige Faden mit „Rocket“ weiter gesponnen. Die Musiker schauen auf ein Meer von Armen, die sich ihnen entgegen recken. Als Elliot die Frage „Do you wanna get rocked?“ stellt, stimmt die Meute gleich mit ein. Na klar wollen es alle! Dann werden die Ohren mit dem Krach von „Pour Some Sugar On Me“ versüßt, welches im gleich Atemzug den Schlussstrich unter diesem wunschlos- glücklich machenden Best-Of der Briten zieht. Mit „Rock Of Ages“ und „Photograph“ rocken Def Leppard gegen die Zeit, die schließlich gewinnt und der gerade noch hell erleuchteten Bühne all ihren Glanz nimmt.

Info: www.defleppard.com