DIANA: Perpetual Surrender

DIANA: Perpetual Surrender

(Jagjaguwar/Cargo) Joseph Shabason und Kieran Adams hatten die Songs für das Diana-Debüt quasi schon fertig geschrieben, doch waren sie gerade mit dem Gesang auf den Demoversionen der Songs nicht zufrieden, es fehlte was, das gewünschte Feeling stellte sich nicht ein. Es sollte sich herausstellen, dass das fehlende Glied in der Kette auf den Namen Carmen Elle hört, sie bekam die Demos vorgesetzt und eignete sich die Songs an. Beim Hören von „Perpetual Surrender“ kann man sich schwerlich vorstellen, dass die Songs eine Vergangenheit ohne Carmen Elle besitzen, so eminent wichtig ist die Stimmfärbung für die acht Stücke, Elle dominiert mit ihrem glockenhell verhuschten Gesang die Wirkung dieses Albums doch stark. Andere wichtige Bestandteile sind softpornöse Synthies und ein zwar etwas klinischer doch dennoch warmer Percussionsound. Ihr ahnt es schon, diese Platte hätte es auch gut in den Achtzigern geben können. Strippenzieher Shabason hat ja bereits auf Destroyers „Kaputt“ intensive Erfahrungen mit einem weichen Synthiesound gemacht und dies kommt „Perpetual Surrender“ ohne Zweifel zu Gute, dieses Album will die großen Popmomente, wirkt aber trotz einer gewissen Plastikästhetik nicht wirklich billig, im Neonlicht steckt verträumter Soul. Zu Beginn ist alles voluminöser Nebel, „Foreign Installation“ tastet sich durchs Ungewisse, ein weich abfedernder Beat ist das Kuschelkissen für Elles distanzierten Gesang, der im Refrain graduell intensiviert wird, jedoch niemals eine vornehme Blässe verliert, Zauberwald, Himmelsschloss, Feensee. „That Feeling“ folgt mit einem genüsslich tröpfelnden, balearischen Chill Out-Faktor, das Stück gießt die entfernt exotischen Keyboardsounds in ein elastisches Songbett, wie so oft auf dieser Platte bewegt sich der Song zwischen den Schatten- und Lichtseiten des unerschöpflichen Themas Liebe. Der Titeltrack gibt sich anschließend als klanggewordene Liebesgrotte, Schweiß tropft von den Felswänden, schwül räkelt sich das Stück durch genüsslich schleppende Rhythmussektionen, es knistert und perlt aus allen Poren, „my desire/ please be still/ if I can´t calm you know/ I fear I never will“, so genüsslich kann man leiden. „Strange Attraction“ klaut sich seinen Beginn von „People Are Poeple“, wird dann aber zu einer luftigen Schwebepartie durch den Pophimmel. Hier merkt man auch, wie gut Shabason  das Songwriting dosiert hat, denn er begnügt sich pro Song mit einigen wenigen, starken Ideen und schöpft diese voll aus. Eine toller Einfall ist zum Beispiel gewesen, das Säuseln in der Strophe von „Anna“ mit einem zackigen Refrain zu kreuzen, der irgendwie metallisch unnahbar funkelt. Ein weiteres großes Plus ist der zwar sparsame aber überaus geschmackvolle Einsatz des Saxophons, welches zum Beispiel den Schluss von „Born Again“ golden einfärbt. In diesem Song gibt es dann auch den Jackpot-Popmoment dieser Platte schlechthin. Wenn Elle mit kristalliner Emphase „now is the time for believing/ lay your hands on me/ I need healing/ born again tonight“ singt, findet man sich unumwunden im siebten Himmel der geschmackvollen Eingängigkeit wieder, ein Refrain zum nie mehr vergessen und der Gipfel dieses Albums. „New House“ geht es da vorsichtiger an, hält die Introspektive wie ein Schutzschild hoch, bewegt sich jedoch zaghaft auf das Gegenüber zu und will sanft umarmen. Das instrumentale „Curtains“ entlässt den Hörer dann sanft aus der weichen, unheimlich geschmeidigen Klammer dieses Albums, welches allein schon durch seine wunderbar ausformulierten Melodien zu gefallen weiß, darüber hinaus aber liebevoll bis ins kleine Detail ausgearbeitet wurde, ein spannender Start für eine Band, die sich unlängst erst gefunden hat, von denen wird man noch hören.

Info: www.dianatheband.com