WOODEN SHJIPS: Back To Land

WOODEN SHJIPS

(Thrill Jockey/ Rough Trade) Und am Ende bleibt die Frage, wie man das Ganze finden soll…Reden wir nicht lange drumherum, die vierte Platte der Wooden Shjips ist monoton, sehr monoton. Die Band um Ripley Johnson wählt die Endlosschleife als ihr bevorzugtes Medium. Ein Rhythmus, der direkt zu Beginn eines Stückes gefunden wird, wird erbarmungslos durchgezogen, keine Varianz, keine Mäzchen, der stoische Groove steht bei dieser fast schon obsessiven Form des Psychedelic Rock im Mittelpunkt, darauf legen sich in der Regel flächige Orgelsounds und die Lead Gitarre lässt sich auch so manches Solo entlocken, jedoch immer im Zusammenspiel mit dem vorgegeben Rhythmus, niemals dagegen. Dazu säuselt Johnsons Stimme narkotisiert aus weiter Ferne, federt so auch die dringlicheren Momente gekonnt ab. Ja, das ist alles recht eindimensional, grenzt in den weniger gelungenen Momenten auch an Langeweile. Jedoch muss gesagt werden, dass diese Songs eine fast schon unterbewusste Qualität haben. Durch das gewählte Mittel der Repetition verankern sich diese Stücke in der mentalen Motorik des Hörers, wenn man zum Beispiel „Ruins“ hört, kann man nicht anders, als sich von diesem Bluesrock.Standard-Fluss mitreißen zu lassen. Da wabert die Orgel dämonisch im Hintergrund und die Rhythmusgruppe wiederholt sklavisch immer wieder dieselben Bewegungsabläufe, doch wird der Hörer hier durch das monotone Treiben fast schon hypnotisiert. Ein wenig luftiger gibt sich „Ghouls“, dessen auf und ab brandendes Orgelmotiv die Stimmungen dieser Komposition nachhaltig lenkt. Es ist dabei fast schon bewundernswert, wie Wooden Shjips ihr Ding kompromisslos durchziehen, es gibt keinerlei Relativierungen, Brüche oder Variationen, der Motor läuft und er funktioniert ohne Störfälle. Das führt aber eben auch so manches Mal dazu, dass der Hörer an der glatten, gleichförmigen Oberfläche der Songs abrutscht, anstatt in sie einzutauchen. Gegenmittel dazu sind ab und zu die schrammeligen Bratzgitarren wie in „These Shadows“ oder „Everybody Knows“. Letzteres wartet zusätzlich noch mit einer lieblichen Orgelmelodie auf, die hier als Ausnahme mal einen gelungenen Kontrast zu den schroffen Gitarren setzt. Sonst ist jedoch das Gleichmäßige und Gleichmachende der künstlerische Leitfaden für diese Band. Und so bleibt der Eindruck letztlich zwiespältig, den man von „Back To Land“ gewinnt, auf der einen Seite die Sogwirkung, die diese Songs mitunter erzeugen, auf der anderen Seite eine Konformität, die sich auf ganzer Albumlänge so manches Mal störend bemerkbar macht. Hier waren Wooden Shjips vielleicht einfach zu konsequent.

Info: www.woodenshjips.com