HOSPITALITY: Trouble

(Merge/ Fire/ Cargo)  Da führt uns die Band Hospitality aber ganz schön auf die falsche Spur. Der Opener von „Trouble“, das Stück „Nightingale“, hat ganz schön viel Trotz und Rotz dabei, mal abgesehen von den süßlichen Zwischenparts. Und die sind es dann auch, die eher für diese gelungene Frühlingsplatte stehen. Denn Hospitality mögen es eher bescheiden gemütlich, kosten einen Groove gerne mal genüsslich aus. Und das ist auch ganz gut so, denn die New Yorker kennen in der Regel den Unterschied zwischen prickelnder Entspannung und Belanglosigkeit. Da schmiegt sich dieser unterschwellige,  erotisch aufgeladene Bassgroove von „Going Out“  ganz selbstverständlich ans Tanzbein, dabei wirkt alles unaufgeregt und leicht, nicht zuletzt der Gesang von Amber Papini. Und auch „I Miss Your Bones“ findet erst zu seiner richtigen Stärke, wenn es denn Maschinengewehr- Beat ablegt und sich dem intuitiven Groove hingibt. Nein, diese Platte ist sicherlich kein vordergründiges Spektakel, sie zelebriert eher die weichen Momente des Lebens, ohne dabei zu blauäugig zu wirken. Da färbt sich „Inauguration“ schon mal in dunkle, tiefblaue, fast schwarze Farbtöne und trotzdem bleibt da das Gefühl, man sitze auf einer federleichten Wolke. Die Highlights des weiteren Albumverlaufs sind „Rockets And Jets“, welches sich mit distanzierter Grazie allmählich entrollt und vor allem den Flirt mit einem sinisteren Rhythmus betreibt, und das schwelende „Last Words“. Hier hat man das Gefühl, man sei in einer Disko zu Beginn der Achtziger gelandet, bis kristalline, den Raum erhellende Keyboards das Stück in Richtung Anschmiegsamkeit und Zutraulichkeit steuern, dennoch, auch das ist irgendwie sexy, obwohl es durchaus harmlos wirkt. Es sei gesagt, dass nicht jeder Song einen solchen Zauber verbreitet, manches ist einfach etwas zu seicht geraten, so das belanglose „Sunship“ und das countryeske „It´s Not Serious“, das zwar immerhin einen Niedlichkeitsbonus für sich verbuchen kann, darüber hinaus aber nicht wirklich etwas zu sagen hat. Doch sei es wie es sei, „Trouble“ ist insgesamt eine wunderbar entspannte Platte für den Feierabend, in die man sich wunderbar fallen lassen kann, die harten Kanten haben Hospitality ausgespart, so dass man sich gefahrlos an dieses Album ankuscheln kann.

7 out of 10 stars (7 / 10)

(Martin Makolies)

hospitality.bandcamp.com