MAN MAN: On Oni Pond

(Epitaph/ Indigo)  Man Man sind ja nun wahrlich keine neuen Gesichter im Indiepopzirkus und so haben sie sich für ihr neues Album „On Oni Pond“ einen Neustart verordnet. Mit frischen Kräften auf zu neuen Ufern. Und dieses Album ist auch durchaus vital geraten, ist abwechslungsreich und raffiniert. Aber eins haben Man Man nicht geschafft: die Frische und Unbedarftheit eines richtigen Neuanfangs einzufangen. Denn „On Oni Pond“ wirkt zuallererst ausgefuchst und routiniert. Das Problem dabei ist, dass den Stücken oftmals  das juvenile Element abgeht. Die Band fährt durchaus schweres Geschütz auf, viele verschiedene Tasteninstrumente, Bläser und Streicher zuhauf und auch am Rhythmus wird ständig rumgebastelt und variiert, doch geht dabei ein wenig die Seele der Songs verloren. „Pink Wonton“ ist zum Beispiel durchaus ein rockiges Spektakel, die Orgel japst nach Luft, gibt aber alles und auch Sänger Honus Honus spielt mit den stimmlichen Muskeln, dennoch hat man das Gefühl, dass hier abgekochte Masters Of Ceremony am Werke sind, die einen solchen Song sicher ins Ziel bringen, ein unmittelbares Fieber entwickelt sich jedoch nicht. Oder reden wir über die soulige Ballade „Head On“: sie ist in den kommerziellen Gefilden der Sechziger zu Hause, man kann wunderbar schwelgen, der Gesang ist butterweich und die gezupften Streichersaiten tröpfeln sanft im Hintergrund. Das Problem dabei ist aber, dass dieses Stück unheimlich inszeniert wirkt, man sucht nach dem echten Gefühl, man findet jedoch nur leicht verdauliche Durchhalteparolen, die sich vor einem kitschigen Sonnenuntergang in die passende Position setzen. Und was soll man über so ein Billig-Pop Stück wie „Loot My Body“ denken? Das Stück stampft dumpf durch das Neonlicht, grobschlächtig, geradezu ungelenk geben sich Keyboards und Schlagzeug und trotzdem soll das irgendwie in die Beine gehen,  dabei kommt ein Stück heraus, das geradezu prollig wirkt, da nützen auch die Bläsereinsprengsel nicht mehr viel. Natürlich gibt es auch die gelungenen Momente dieser Platte, so das reduzierte „Deep Cover“, welches wehmütig am Straßenrand sitzt und alles leicht vorbei ziehen lässt. Hier versuchen Man Man nicht, allen zu beweisen, was sie alles drauf haben und, oh Wunder, direkt fühlt man sich auf der seelischen Ebene angesprochen. Wunderbar gelungen ist auch der Abschluss des Albums, der ein einsames Klavier auf eine vergnügliche Reise schickt, die in den Rock and Roll-Schuppen der späten Fünfziger endet. Hier steht eindeutig der einfache Spaß im Vordergrund, als intuitive Erfahrung, als pure Lust an der ausgelassenen Bewegung. In solchen Momenten merkt man, wie toll dieses Album hätte werden können, doch meistens stehen sich Man Man mit ihrer Cleverness selbst im Weg, diese Platte ist zu stark ausformuliert, zu routiniert, als das sie einen wirklich berühren könnte.

5 out of 10 stars (5 / 10)

www.manmanband.com

(Martin Makolies)