PORCELAIN RAFT: Permanent Signal

(Secretly Canadian/ Cargo) Auch interessant, mal wieder was von unserem Lieblingsitaliener in New York zuhören. Mauro Remiddi aka Porcelain Raft hat klanglich ganz schön abgespeckt. Luftiger, filigraner, wirken seine Kompositionen auf „Permanent Signal“. Das geht bereits mit dem ätherisch schwebenden „Think Of The Ocean“ los, welches viel Luft unter seinen Flügeln hat. Es pluckert und säuselt fragil, der Gesang hebt zu einer verletzlichen Elegie an und alles wirkt winddurchhaucht. Ein wenig Dramatik mischt sich auch noch unter dieses musikalische Leichtgewicht, doch bedrückend wirkt das Ganze eigentlich nicht. Das folgende „Cluster“ widmet sich den zerbrechlichen Seiten des Post Rock, entwickelt jedoch eine leicht verzweifelte Wirkungsmacht, ein in weiche Seide gepacktes Pathos geistert körperlos durch den Refrain, so ähnlich hören sich Placebo in ihren abgespeckten Momenten an. Es folgt „Minor Pleasure“, dem eigentlich nur ein amtlicher Beat zur hedonistischen End-Achtziger Diskohymne fehlt, aber Remiddi tut gut daran, diese Zutat wegzulassen, der Song wird dadurch nämlich ein wenig unberechenbarer. Eine rhythmische Köstlichkeit stellt das verspulte „It Ain´t Over“ dar, welches sich durch postindustrielles Unterholz schleicht und in seiner luftigen Vertracktheit eine gewisse matte Theatralik ausströmen lässt. Die Synthies würden in anderem Kontext gar eine verhaltene Bedrohlichkeit ausstrahlen, hier tragen sie jedoch lediglich zu einer nebulösen Mystik bei. Die Gesangsspuren wirken ebenfalls wie nicht von dieser Welt, sie entkleiden sich ihrer Körperhaftigkeit. Etwas konkreter gibt sich da „I Lost Connection“, welches Klavier und Zapfenstreichtrompete in sich beherbergt. Der Song tändelt an laubbedeckten Flussufern entlang, der Schwermut lastet auf den hingehauchten Melodiefiguren und man hat das Gefühl, Remiddi tanze da ganz für sich selbst in einem abgesteckten Kreis, zu dem niemand sonst Zutritt hat. Nun ist „Permanent Signal“ sicher kein Epoche machendes Überalbum, es ist jedoch sehr löblich, wie vielseitig diese musikalischen Kleinigkeiten ausgelegt worden sind. Manches tönt da sehr organisch in Post Rock Sphären, anderes probiert sich dagegen in elektronischen Gefilden aus, allen Songs gemein ist jedoch, dass sie niemals überladen wirken. Somit ist „Permanent Signal“ eine gelungene Klangminiatur mit sanft aufwallendem Sentiment, ein Musik gewordener Lufthauch.

7 out of 10 stars (7 / 10)

Info: www.porcelainraft.com

(Martin Makolies)