JAY-JAY JOHANSON – Opium

JAY-JAY JOHANSON - Opium

(Kwaidan Records/Alive) Der schwedische Songwriter, Produzent und Pop Avandgardist Jay-Jay Johanson ist der große Crooner der Electronica-Ära. Mit seiner gefühlvollen und melancholischen Stimme, erinnert er an romantische Sänger aus vergangenen Tagen. Sein zehntes Studioalbum nimmt uns mit in seine Traumwelt.

Nach der Veröffentlichung seiner wunderbaren 4-Track-EP „Moonshine“ (10.04.15), meldet sich der schwedische Produzent, Songwriter und Pop-Avantgardist Jay-Jay Johanson mit seinem 10. Studioalbum „Opium“ auf Kwaidan Rekords zurück. Mit vollendeter Musikalität und gefühlvollen, melancholischen Gesang, nimmt uns Johanson mit auf eine verträumte Reise, erzählt 10 Geschichten in 10 Songs und lädt uns in seine dunkle und allumfassende Welt.

„Drowsy“ eröffnet das Album unkonventionell, mit Reverb-beladenem Mundharmonika-Spiel in dunklem Blues-Charakter. Doch mit dem Intro hüllt uns Johanson in eine trügerische Sicherheit. Auf Opium geht es viel rauer zu, als der Opener uns glauben machen will. Wenn „Too Youg To Say Good Night“ schließlich dass Tempo anzieht, um mit seinem düsteren Beat einzusetzen, taucht man ein in Jay-Jays Universum. Geschickt schichtet er Jazz Piano Klänge über seine dreckigen Beats, eine eingängig klopfende Bassline und die Mundharmonika, die uns ursprünglich eingeladen hatte.

Die, vorab schon veröffentlichte Single, „Moonshine“ ist eine emotionale Liebesgeschichte, erzählt über einen gespenstisch pulsierenden Beat und schwermütige Syntheziser-Elemente. Johanson komponierte den Song in Anlehnung an die große Filmmusik der 70er Jahre, mit den Soundtracks von Ennio Morricone und John Barry im Hinterkopf und erklärt: „das Stück erzählt davon, seinem Herzen folgen zu müssen. Auch wenn man vielleicht jemanden liebt, der dir nicht wirklich gut tut.“

Der dritte Track des Albums „Be Yourself“ bringt mit seiner bedächtig eingesetzten Bläsersektion, die Johanson selbst eingespielt hat, einen retrospektiveren, flächigen Soundansatz ins Spiel, bevor ein Drum Roll den Trip Hop Beat von „I Love Him So“ einleitet. Hier schafft es das Duo Funkstörung dem düsteren Song eine experimentelle Break-Beat Komponente im Stile von Massive Attacks Mezzanine zu verleihen. Die Vocals zu „I Love Him So“ stecken voller Emotionen. Der Text handelt von Jay Jays Sohn und entstand im Wartezimmer eines Krankenhauses, wo dieser gerade operiert wurde.

Während „Near Death Experience“ mit einem härterem Beat unterlegt, den Johanson und sein Sohn gemeinsam aufgenommen haben, kommt „I Dont Know Much About Loving“ mit schleppenden Grooves und soulig gewisperten Vocals daher, die von zart dissonanten Piano Akkorden begleitet werden.

Seit 1997 haben Jay-Jay Johanson und Robin Guthrie von Cocteau Twins eng zusammen gearbeitet und bereits eine ganze Reihe gemeinsamer Platten veröffentlicht. Auf „Scarecrow“ bekommen wir jetzt einen Einblick, woran die beiden in letzter Zeit gearbeitet haben und wie das nächste Album vielleicht aussehen könnte. Mit seinen sanften Rhythmen und der hohen Pop-Sensibilität reiht sich „I Can Count On You“ gut in die besherigen Stücke der beiden ein

„Alone Too Long“ stellt den Wendepunkt auf dem Album dar. Von hier arbeitet sich die Platte immer tiefer in die dunklen Ecken von Johansons Gedankenwelt vor und entwickelt seine Geschichte über eine cinematisch düstere Instrumentierung. „Harakiri“, das einzige Instrumental auf „Opium“ lässt Raum für Ambient-Melodien, die auf eine Vintage Drummachine treffen.

„Celebrate The Wonders“ schließt dieses epische Album mit den Klänge von Flüssen und Wasserfällen, reinigt uns, bringt uns wieder sicher Land und schafft es mit seinen smoothen, geerdetem Sounds uns aus der Traumwelt zu ziehen, in die uns Johansons „Opium“ gestürzt hat.

TRACKLISTING ALBUM

1. Drowsy / Too Young To Say Good Night
2. Moonshine
3. Be Yourself
4. I Love Him So
5. NDE
6. I Don’t Know Much About Loving
7. Scarecrow
8. I Can Count On You
9. Alone Too Long
10. Harakiri
11. Celebrate The Wonders

Info: www.facebook.com/jayjayjohanson